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News Rund um den IBU


IBU kämpft beim EU-Hearing gegen Safeguards – Importanstieg für Flachstahlprodukte nicht nachweisbar

Der Industrieverband Blechumformung e. V. (IBU) kämpft gegen die von der EU-Kommission verhängten Safeguard-Maßnahmen. Sie legen vorläufige Importkontingente für bestimmte Stahlprodukte aus Drittstaaten fest. Zentrale Kriterien, wie ein signifikanter Importanstieg aufgrund der US-Zölle, seien insbesondere für Flachstahlprodukte nicht nachweisbar. Die Importquote schütze die Stahlindustrie, aber belaste die Stahlverarbeiter. Darauf wies Rechtsanwalt Tim Lieber hin, der den IBU beim EU-Hearing zum Thema Safeguard im September in Brüssel vertrat. Der Industrieverband hatte bereits im Frühjahr 2018 gegen die Safeguard Investigation Einspruch erhoben. Die im Juli verhängten Vorgaben zu Importquoten gelten vorläufig für 200 Tage, die endgültige Entscheidung soll bis Januar fallen.

WTO-Kriterien nicht erfüllt: EU argumentiert mit veralteten Zahlen

„Wir haben bei dem Hearing in Brüssel deutlich machen lassen, dass die Begründung der EU für Safeguards nicht korrekt ist“, betont IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs. Zentrale Kriterien der Welthandelsorganisation (WTO) seien ein signifikanter Importanstieg und eine Schädigung der EU-Stahlindustrie. Beide seien nicht erfüllt. Die EU argumentiere erstens mit veralteten Zahlen aus den Jahren 2013 bis 2016. Und zweitens mit den Gesamtzahlen für Stahleinfuhren, die nicht die Menge der Flachstahlprodukte berücksichtigen. „Gerade diese machen aber einen Großteil der Importe aus und sind für unsere Mitglieder relevant. Wir hoffen daher, dass die EU-Kommission unsere Argumente in ihre endgültige Entscheidung, die bis Anfang 2019 fallen wird, miteinbezieht“, so Jacobs weiter.

Nutznießer ist Stahlindustrie, Verlierer sind Stahlverarbeiter

Bereits jetzt kommen erste Stahlpreiserhöhungen. Damit zeigt sich, dass die Begrenzung der EU-Stahleinfuhren den Markt künstlich verknappen und die Preise hochtreiben wird. „Die US-Zölle dienen EU-Anbietern nur als Vorwand für eine Ausschaltung von unliebsamen Importen. Nutznießer ist die deutsche Stahlindustrie, Verlierer sind die stahlverarbeitenden Unternehmen“, erklärt der IBU.

Warum sind Stahlproduzenten schutzbedürftiger?

Für den Industrieverband Blechumformung stellt sich im Kontext der Safeguard-Maßnahmen die Frage der Schutzbedürftigkeit: „Die Renditen der Stahlproduzenten sind sehr hoch. Warum sind sie schutzbedürftig? Und die viel größeren stahlverarbeitenden Industrien in Europa nicht?“ Autobauer, Maschinenbauer und Stahlverarbeiter etc. stellen europaweit 15 Millionen Arbeitsplätze. Die Safeguards schränken sie bei ihrer Vormaterialversorgung stark ein. „Sie behindern industrielle Wertschöpfungsketten, die insbesondere in Deutschland als Standortvorteil gelten.“

Quelle: IBU-Pressemitteilung September 2018


Muster-QSV erleichtert Zusammenarbeit mit Unterlieferanten

Ein Muster zur Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) erleichtert blechumformenden Unternehmen die Zusammenarbeit mit ihren Zulieferern. Der Standard bündelt die Anforderungen der Automobilhersteller. Initiator ist der Industrieverband Blechumformung (IBU) in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen VIA Consult.

 

 

Muster-QSV schafft faire Abläufe innerhalb der Lieferkette

Viele IBU-Mitglieder sind Zulieferer der Automotivebranche. Von ihren Auftraggebern bekommen sie zunehmend vertragsrelevante Vorgaben und Spezifikationen, die sie an Unterlieferanten weitergeben und deren Einhaltung sie garantieren müssen. Dazu gehören Forderungen des QM-System-Standards IATF 16949 oder der Norm ISO 9001, aber auch Einkaufsbedingungen, Logistik- und Verpackungsrichtlinien oder Gewährleistungsbestimmungen. Die neue Muster-QSV macht die Vermittlung dieser Anforderungen einfacher: „Sie schafft faire Abläufe innerhalb der Lieferkette. Und ermöglicht unseren Mitgliedern einen einheitlichen Auftritt gegenüber Unterlieferanten“, unterstreicht IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs.

Leitfaden ermöglicht individuelle Anpassung an Unterlieferantengruppen

Für den Standard hat der Industrieverband die vielfältigen Vorgaben in puncto QSV vom Beratungsunternehmen VIA Consult analysieren und bündeln lassen. Mithilfe eines ergänzenden Leitfadens können Blechumformer diese Vereinbarung an ihre individuellen Unterlieferantengruppen anpassen – etwa an Produktions- und Rohmateriallieferanten oder Oberflächendienstleister.

Spezifikationen und Anforderungen der Automobilhersteller nehmen zu

Wachsende Spezifikationen und Anforderungen der Automobilhersteller und großen Zulieferer belasten zunehmend die Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette. Deshalb engagiert sich der IBU als Interessenvertreter der Blechumformer für einen Standard, der mehr Transparenz gibt.

Quelle: IBU-Pressemitteilung, September 2018


Daume GmbH neues Mitglied im IBU seit 01.09.18

Die Kompetenzen der Daume GmbH, www.daume-erodiertechnik.de, reichen vom Drahterodieren, Senkerodieren, Start- und Sacklochbohren, CNC- und HSC Fräsen bis hin zum Werkzeugbau sowie Stanz- und Umformtechnik.


Fair Play statt Pay to Play: Zulieferer der Automobilindustrie fordern faire Geschäftsbedingungen

Fair Play wünschen sich die Zulieferer der Automotive-Branche – Pay to Play ist oftmals Realität. Die Vorgaben der Autoproduzenten sind knallhart, die meist mittelständischen Zuliefererunternehmen leiden. Unterstützung erhalten sie vom Industrieverband Blechumformung (IBU). Er untermauert die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) nach fairen, partnerschaftlichen Geschäftsbedingungen.

Unbezahlte Nutzung von geistigem Eigentum

Ein Problem ist die unbezahlte Nutzung von geistigem Eigentum: Autoproduzenten und starke OEMs verlangen von Zulieferern kostenlose Vorleistungen in puncto Entwicklung. „Um die ‚Mobilität von morgen‘ zu entwickeln, braucht es mehr denn je faire Entwicklungspartnerschaften in den automobilen Zulieferketten“, unterstreicht ArGeZ-Sprecher und WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. „Entwicklungen der Zulieferer müssen honoriert und nicht von den marktmächtigen Automobilherstellern abgezogen werden.“ Der Industrieverband Blechumformung kennt das Problem gut aus seinem direkten Umfeld: Ein großer Teil der über 230 Verbandsmitglieder arbeitet für die Automobilindustrie. „Die aktuelle Situation gefährdet die Handlungs- und Innovationsfähigkeit der Zulieferer“, weiß auch IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs.

„Einstandsgelder, um überhaupt anbieten zu dürfen“

Fair Play statt Pay to Play lautet eine weitere Forderung der ArGeZ. Denn: Wer im Zuliefererkarussell mitspielen will, muss erst mal zahlen – diese für Mittelständler ruinöse Praxis hat sich vielerorts etabliert. „In den automobilen Wertschöpfungsketten gibt es leider immer wieder Verletzungen der Fair-Play-Regeln. Beispielsweise verlangen marktstarke Hersteller Zahlungen von ihren mittelständischen Zulieferern. Einstandsgelder ohne Gegenleistung, nur um überhaupt anbieten zu dürfen“, so Christian Vietmeyer. „Außerdem fordern die Auftraggeber von Zulieferern, dass sie vertraulichste Daten, z. B. sämtliche Kosten und andere Geschäftsgeheimnisse, offenlegen.“

Produzenten wälzen Risiken und Haftungen auf Zulieferer ab

Auch bei ihren Einkaufsbedingungen sind einige Automobilhersteller rigoros. „Die Vorgaben werden für die Zulieferer immer nachteiliger“, betont der ArGeZ-Sprecher. „Produzenten wälzen Risiken und Haftungen in einem mittlerweile unerträglichen Maße auf sie ab. Die Auftraggeber können ihre Lieferanten pauschal in Regress nehmen, ohne dass man ihnen überhaupt irgendeinen Fehler nachweisen müsste. Und wer sich zur Wehr setzen will, wird auch noch an ein Schiedsgericht im Ausland verwiesen.“

Quelle: IBU-Pressemitteilung Juli 2018


Ulrich Flatken übernimmt: IBU mit neuer Spitze

Neuer Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes Blechumformung (IBU) ist Ulrich Flatken. Er folgt auf Dr. Hubert Schmidt, seit Mai Präsident des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung e.V. (WSM), Dachverband des IBU, in Düsseldorf. Ulrich Flatken ist Geschäftsführer der Jörg Vogelsang GmbH & Co. KG (JVU) und gehört bereits seit 2007 zum IBU-Vorstand. Der Industrieverband hat 230 Mitglieder.

 

Große Erfahrung mit Zuliefererthemen

Als CEO bei JVU hat Ulrich Flatken große Erfahrung mit IBU-relevanten Themen der Zuliefererbranche. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von Spannstiften und -buchsen in Europa sowie ein Marktführer von im Rollbiegeverfahren erzeugten Produkten für die Automobilindustrie. JVU ist seit 20 Jahren Mitglied des Industrieverbandes Blechumformung mit Sitz in Hagen.

Flatken seit 1996 bei Vogelsang

Der neu ernannte Vorstandsvorsitzende ist Diplom-Kaufmann. Nach Abitur, Bundeswehrzeit und BWL-Studium in Münster war Ulrich Flatken zunächst Vorstandsassistent und später Bereichsleiter bei Hoesch Hohenlimburg. 1996 startete er bei der Jörg Vogelsang GmbH & Co. KG, 2006 war er Mitbegründer der Mecanindus-Vogelsang Group.

Schmidt weiterhin Vorstandsmitglied des IBU

Dr. Hubert Schmidt, Vorgänger von Ulrich Flatken, bleibt dem IBU ebenfalls erhalten. Der frisch ernannte WSM-Präsident ist weiterhin Vorstandsmitglied des Industrieverbands Blechumformung.

Quelle: IBU-Pressemitteilung Juli 2018


Topthemen der IBU-Mitgliedertage 2018: Digitalisierung und Fachkräftemangel

Digitalisierung und Fachkräftemangel – das waren die Topthemen der IBU-Mitgliederversammlung 2018 in Dortmund. „Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden“ lautet die These des Visionärs Karl-Heinz Land. Sein Vortrag zu den Chancen der digitalen Welt traf bei den rund 100 teilnehmenden Mitgliedern des Industrieverbands Blechumformung (IBU) ins Schwarze. Genau wie das Referat der Hochschulprofessorin Jutta Rump zu Strategien gegen den Fachkräftemangel.

„Chancen der digitalen Transformation nutzen“

„Jedes Unternehmen ist von den Folgen der Digitalisierung und der damit einhergehenden Dematerialisierung betroffen“, unterstrich Karl-Heinz Land. Für Unternehmen stelle sich die Frage, wie sie auf diese völlig veränderten Rahmenbedingungen reagieren müssen. Der Referent zeigte Möglichkeiten auf, die Chancen der digitalen Transformation zu nutzen.

„Warum kommen, bleiben und gehen Mitarbeiter?“

Auch das Thema „Fachkräftemangel“ stand auf der Agenda ganz oben. Hochschulprofessorin Jutta Rump aus Ludwigshafen informierte u. a. über gesellschaftlichen Wandel und die Anforderungen der Generation X. Sie stellte betriebliche Strategien zu Mitarbeitergewinnung, -bindung und -entwicklung dar. Eine zentrale Frage zur Arbeitgeberattraktivität ist laut Rump: Warum kommen, bleiben und gehen Mitarbeiter? Die Antwort: Sie kommen wegen der Reputation, bleiben wegen der Aufgabe und gehen wegen der Führung.

Praxisbezug: Unternehmensbesuche bei ALBRECHT JUNG GmbH & Co. KG und C.D. Wälzholz GmbH & Co. KG

IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs freut sich über die positiven Reaktionen auf die diesjährige Themenauswahl: „Unsere Aufgabe als Verband ist es, Dialogplattformen zu schaffen und Angebote anzusprechen, die Mitgliedern nutzen. Das ist uns gelungen – wir konnten damit einen regen Austausch anstoßen.“ Auch die Unternehmensbesuche der Mitglieder bei den Herstellern ALBRECHT JUNG GmbH & Co. KG und C.D. Wälzholz GmbH & Co. KG kamen gut an. Eine Abendveranstaltung in der Schwerter Rohrmeisterei rundete das zweitägige Event ab.

Quelle: IBU-Pressemitteilung Juli 2018


Blei auf der REACH-Kandidatenliste

Am 27. Juni 2018 kam es zur Aufnahme von Blei auf die REACH-Kandidatenliste. Damit wurde Blei als besonders besorgniserregender Stoff (Substance of Very High Concern, SVHC) unter der REACH-Verordnung identifiziert.

Stoffe der REACH-Kandidatenliste lösen Anforderungen aus, die durch betroffene Marktakteure verpflichtend einzuhalten sind.

IBU-Mitgliedsunternehmen können den WSM-Leitfaden in der Geschäftsstelle anfordern oder im Login-Bereich herunterladen.

Quelle: WSM-Leitfaden, Juli 2018


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